Energiestrategie des Gaskraftwerkes
Block „Fortuna“ unseres Gaskraftwerkes unterstützt intelligentes Fernwärmenetz
Klimaschutz für die Menschen in Düsseldorf
Die Stadt Düsseldorf hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein. Mit dem neuen Erdgaskraftwerk Block „Fortuna“ am Standort Lausward ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg dorthin erreicht.
Das Gaskraftwerk ist durch seine klimaschonende Strom- und Wärmeproduktion auf Erdgasbasis und seine hohe Flexibilität eine ideale Ergänzung zu den stetig an Bedeutung gewinnenden erneuerbaren Energien. Dabei sind die technischen Eigenschaften des Kraftwerks von besonderer Bedeutung. Durch die gleichzeitige Erzeugung von Fernwärme nach dem Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung erhöht sich die Brennstoffausnutzung auf bis zu 85 %.
Die Fernwärmeversorgung in der Stadt wird kontinuierlich ausgebaut. Gerade die Fernwärme spielt zum Erreichen der Klimaziele eine wesentliche Rolle, weil ein Großteil der Energie in städtischen Ballungsräumen als Wärme genutzt wird.
Erzeugung
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Zeitrafferfilm zur Entstehung von Block „Fortuna“
Die Bautätigkeiten auf dem Gelände des Kraftwerk Lausward wurden auch visuell dokumentiert. Ein hochauflösendes Kamerasystem erzeugte Bilder vom neuen Erdgaskraftwerk mit dem darüber hinaus gehenden spektakulären Blick auf den Düsseldorfer Medienhafen. Zusätzlich gestatteten wir den Blick in die Maschinenhalle, wo seit Januar 2016 aus Gas hocheffektiv Strom und Wärme erzeugt wird.
Die Entstehung des Kraftwerkes in einer Minute.
Ein Kraftwerk entsteht: Mit einem der effizientesten Erdgaskraftwerke der Welt durch die Energiewende. Das effizienteste und leistungsfähigste Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) weltweit arbeitet bei uns am Rhein - ein wertvoller Beitrag zum Klima- und Umweltschutz und zur Versorgungssicherheit. Die Entstehung des Kraftwerkes in einer Minute.

Fernwärmespeicher
Zusätzliche Flexibilität für Block "Fortuna"
Weil sich der Bedarf nach den im Block „Fortuna“ produzierten Energien Strom und Wärme nicht immer gleichzeitig einstellt, ist seit 2017 ein Fernwärmespeicher im Einsatz, der die Einsatzmöglichkeiten des Kraftwerks erheblich erweitert. Der 57,5 m hohe Speicher mit 30 m Durchmesser kann rund 35.700 Kubikmeter Wasser speichern, das sind umgerechnet bis zu 1.340 Megawattstunden Wärme Diese Menge reicht aus, um die Stadt Düsseldorf über einen Zeitraum von mehreren Stunden bis zu einigen Tagen – je nach Witterung – vollständig mit Wärme zu versorgen.
Das Prinzip des Speichers ist simpel: Sobald bei der Stromerzeugung mehr Wärme ausgekoppelt wird als die Stadt Düsseldorf zu diesem Zeitpunkt benötigt, nimmt der Speicher diese überschüssige Wärmeenergie auf. Besteht umgekehrt geringer Strom-, gleichzeitig aber hoher Wärmebedarf, wird dieser über den Speicher gedeckt. So ist eine zeitliche Entkoppelung der Strom und Fernwärmeerzeugung vom Wärmebedarf der Stadt möglich, der Betrieb der Anlage kann gezielt und klimafreundlich auf die jeweilige Marktsituation ausgerichtet werden.


Technik im Block „Fortuna“
Versorgungssicherheit für Düsseldorf bei höchster Effizienz
Die eingesetzte Technik im neuen Erdgaskraftwerk, insbesondere im Hinblick auf die Kraft-Wärme-Kopplung, vereint Standardisierung und Anpassung vor Ort. „Block Fortuna“ wird in sogenannter Ein-Wellen-Anordnung ausgeführt. Der Unterschied zu den früheren Verfahrensweisen ist die, dass die Gasturbine und die Dampfturbine kombiniert auf einer Welle arbeiten und damit auch nur einen Generator antreiben. Damit werden die Generatorverluste minimiert und der elektrische Wirkungsgrad erhöht. Das Herz des Kraftwerks ist eine Gasturbine. Sie dient als Wärmequelle für einen Abhitzekessel, der wiederum als Dampferzeuger für die Dampfturbine wirkt. Elektrischer Strom wird im Generator produziert, der in einer einwelligen Konstruktion zwischen Gas- und Dampfturbine installiert ist. Die Dampfturbine und die Verbindungsleitungen haben außerdem mehrere Extraktionsstufen, um den Dampf an die Kondensatoren des Fernwärmesystems abzugeben. Um die Nutzung des erzeugten Dampfes zu maximieren, wurde das Design der Dampfturbine daraufhin angepasst, eben dieses zu ermöglichen: Die neue Turbine unterstützt höchstmögliche Dampfextraktion bei äußerst geringen Stromverlusten.
Block "Fortuna" hat eine elektrische Leistung von rund 595 Megawatt und einen Wirkungsgrad von mehr als 61 Prozent bei der reinen Stromerzeugung. Mit der Nutzung der vorhandenen Wärmeenergie für das Fernwärmenetz der Stadt Düsseldorf wird der Gesamtnutzungsgrad auf 85 % erhöht. Damit ist die Anlage eine der effizientesten weltweit.
Energieflussdiagramm der Einwellenanlage im Block "Fortuna"

Szenario „Schwarzfall“
Mit einem sogenannten Schwarzfall bezeichnet man einen bundes- oder sogar europaweiten Zusammenbruch des Versorgungsnetzes. Mit dem neuen Erdgasblock sind die Stadtwerke Düsseldorf mit Unterstützung des Gasturbinenkraftwerkes in Flingern in der Lage, die Stadt Düsseldorf auch zu Zeiten des maximalen Stromverbrauchs vollständig und autark mit Strom versorgen zu können.
Kennzahlen und Daten zum Block „Fortuna“:
Technische Daten zum Block Fortuna
| Leistung elektrisch | |
|---|---|
| 595 MW | |
| Fernwärmeleistung | |
|---|---|
| 300 MW | |
| Wirkungsgrad (nur Stromerzeugung) | |
|---|---|
| > 61 Prozent | |
| Gesamtnutzungsgrad Strom + Wärme | |
|---|---|
| > 85 Prozent | |
| CO2-Ausstoß | |
|---|---|
| circa 300 g/kWh | |
| Dauer Normalstart | |
|---|---|
| 116 Minuten von Null bis Volllast | |
| Dauer Heißstart | |
|---|---|
| 40 Minuten von Null bis Volllast | |
| Lastgradient | |
|---|---|
| 35 MW pro Minute | |
| Bauzeit | |
|---|---|
| rund 32 Monate | |
| Inbetriebnahme | |
|---|---|
| 2016 | |
Technische Daten zur Gasturbine
| Typ | |
|---|---|
| SGT5-8000H | |
| Leistung netto | |
|---|---|
| 375 MW | |
| Leistung brutto | |
|---|---|
| 385 MW bei ca. 10 MWel Eigenbedarf | |
| Wirkungsgrad | |
|---|---|
| 40% | |
| Drehzahl | |
|---|---|
| 3.000 min-1 | |
| Druckverhältnis | |
|---|---|
| 19,2 : 1 | |
| Abgastemperatur | |
|---|---|
| 625 °C | |
| Abgasmassenstrom | |
|---|---|
| 820 kg/s | |
| CO-Emission | |
|---|---|
| 75 mg/m³ | |
| NOx-Emission | |
|---|---|
| 50mg/m³ | |
| Gewicht | |
|---|---|
| 457 Tonnen | |
| Länge | |
|---|---|
| 13,2 m | |
| Breite | |
|---|---|
| 5,5 m | |
Technische Daten zum Generator
| Typ | |
|---|---|
| SGen5-3000W | |
| Scheinleistung | |
|---|---|
| 760 MVA | |
| Wirkleistung | |
|---|---|
| 608 MW | |
| Spannung | |
|---|---|
| 21 kV +/- 5% cos phi 0,80 | |
| Drehzahl | |
|---|---|
| 3.000 min-1 | |
| Frequenz | |
|---|---|
| 50 Hz | |
| Wirkungsgrad | |
|---|---|
| bis zu 99 % | |
| Ständerwicklung | |
|---|---|
| wassergekühlt | |
| Läuferwicklung | |
|---|---|
| wasserstoffgekühlt | |
| Masse (Ständer und Läufer) | |
|---|---|
| 462 t | |
Technische Daten zur Dampfturbine
| Typ | |
|---|---|
| SST5-5000 | |
| Kombinierte Hochdruck-/Mitteldruckturbine | |
|---|---|
| HI40 | |
| Niederdruckturbine | |
|---|---|
| L2 x 12,5 | |
| Leistung | |
|---|---|
| 220 MW | |
| Drehzahl | |
|---|---|
| 3.000 min-1 | |
| Dampfparameter Hochdruck | |
|---|---|
| 170 barabs; 600°C; 374 t/h | |
| Dampfparameter Mitteldruck | |
|---|---|
| 35 barabs; 600°C; 416 t/h | |
| Dampfparameter Niederdruck | |
|---|---|
| 5 barabs; 300°C; 486 t/h | |
| Abströmquerschnitt | |
|---|---|
| 12,5 m² | |
| Schaufellänge in ND-Endstufen | |
|---|---|
| 1,15 m | |
| Fernwärmeauskopplung über | |
|---|---|
| - zwei Anzapfungen an der ND-Turbine - einer Anzapfung in der Überströmleitung der MD-Turbine mit Stauklappe | |
Technische Daten zum Abhitzedampferzeuger
| 3-Druck-Abhitzedampferzeuger mit Zwischenüberhitzung und Durchflussprinzip (BENSON-Stufe) im Hochdruckteil zur Schnellstartfähigkeit und schneller Laständerung | |
|---|---|
| Abmessungen Kesselgebäude (L x B x H) | |
|---|---|
| 35 x 26 x 40m (auf ganze Meter gerundet) | |
| Gesamtgewicht | |
|---|---|
| 6.000 t Entspricht 3.750 Porsche 911 oder 20 Airbus A380 oder 400.000.000 Mozartkugeln | |
| Installierte Heizfläche | |
|---|---|
| 540.000 m² Entspricht ca. 76 Fussballfelder | |
| Länge der Heizflächenrohre | |
|---|---|
| 18.600 Rohre mit einer Länge von 400km | |
| Länge Rohrleitungen | |
|---|---|
| 11 km | |
Architektur des Bauwerks
Das besondere Bauwerk im Düsseldorfer Hafen: Ästethische Landmarke der Energie
Für das neue Gebäude des Kraftwerks sollte eine attraktive Gestaltung entwickelt werden, die sowohl den inneren optischen Betriebsabläufen als auch den Bedürfnissen an eine Repräsentation nach außen gerecht wird. Mit einem Gestaltungswettbewerb sollte eine äußere Form gefunden werden, die sowohl das Stadtbild wie auch den Bereich des Düsseldorfer Hafens positiv an seinem auch zukünftig eher industriell geprägten westlichen Rand stärkt. Die Außenarchitektur des Bauwerks muss zahlreiche technische Funktionen erfüllen, darunter auch einen erforderlichen und wirkungsvollen Emissionsschutz, aber auch ein wartungsarmes, wetterfestes und raumabschließendes Gehäuse bilden. Zugleich muss sie den außerordentlich hohen Gebrauchswert einer Industriefassade besitzen, der einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht und einen minimalen Pflegeaufwand erfordert, ohne dabei den gestalterischen Anforderungen zuwider zu laufen.
Rund 40 Beiträge wurden eingereicht und von einer Jury in einem zweistufigen Gutachterverfahren bewertet. Das Aachener Architekturbüro kadawittfeldarchitektur hat gewonnen und wird die Fassade des neuen Erdgaskraftwerkes gestalten.
Der Neubau geht in zweifacher Hinsicht einen Dialog mit der Stadt ein: Die rhythmisierte Fassade gliedert das Volumen maßstäblich und verleiht dem Bauwerk aus vielen Blickpunkten in der Stadt seine Identität stiftende, logo-artige Gestalt. Gleichzeitig bietet das „Stadtfenster“ den Besuchern des neuen, hochmodernen Kraftwerks eine grandiose Aussicht auf die Stadt. Dies schärft das Bewusstsein, woher die Energie kommt, die die Stadt zum Leben braucht!
Bildnachweis: kadawittfeldarchitektur gmbh

Standort der Düsseldorfer Energieversorgung
Die Lausward im Düsseldorfer Hafen
Die Lausward im Düsseldorfer Hafen ist der traditionelle Standort der Düsseldorfer Energieversorgung, wo bereits seit 1957 Strom und Fernwärme erzeugt wird. Die Lausward als Kraftwerksstandort bietet enormes Potenzial: Die notwendige Infrastruktur für einen Kraftwerksbetrieb ist bereits vorhanden und die stadtnahe Lage ermöglicht einen weiteren Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärmeauskopplung. Zudem ermöglicht die direkte Lage am Rhein eine Flusswasserkühlung. Übrigens wird auch durch den hocheffizienten Kraftwerksneubau die bisher genehmigte Kühlwasserentnahme nicht erhöht. Untersuchungen über die Wärmeausbreitung der Kühlwassereinleitung haben gezeigt, dass der Grenzwert für Wassertemperaturen im Rhein an der Mischungsgrenze nicht überschritten wird.
Von der Lausward aus wird die erzeugte elektrische Energie direkt ins 110 kV-Netz der Netzgesellschaft Düsseldorf mbH eingespeist, so werden Netznutzungsentgelte vermieden.
Die neue Anlage wird als zentrales Standbein die Erzeugungsanlagen im Kraftwerk Lausward ergänzen. Durch das Zentralwartenkonzept werden vom Kraftwerk Lausward aus auch die Anlagen in Flingern und Garath betreut.
Besichtigungen für Schulklassen
Ob Projekte für Schüler:innen oder unser Ausbildungszentrum: Die Bildung liegt uns am Herzen. Wir bieten Führungen für Schulklassen an und geben einen Einblick hinter die Kulissen der Stadtwerke.

